Die 5 besten Brainstorming-Methoden für effektive Ideenfindung

Die 5 besten Brainstorming-Methoden für effektive Ideenfindung

Verschiedene Brainstorming-Methoden sind ständige Begleiter für schnelle gute Ideen im Agenturalltag, etwa:  
– der Designvorschlag für eine Website oder Broschüre  
– die zündende Idee, wie man die richtige Zielgruppe für einen neuen Kunden erreicht 
– ein geeigneter Name für eine mitreißende Veranstaltung 
– der gewünschte Geistesblitz für ein neues Thema des nächsten Online-Textes

Als ausgebildete Eventmanagerin mit nun etwa vier Jahren Berufserfahrung in Kreativagenturen habe ich immer gerne auf verschiedene Brainstorming-Methoden zurückgegriffen. Es kommt natürlich immer darauf an, welchen Zweck die Brainstorming-Methode erfüllen soll. Und ob man das Problem lieber alleine angehen möchte oder ob die Ideen des gesamten Teams benötigt werden.  

Brainstorming-Methoden und Teamwork?

Ich liebe Teamwork und vertrete die Ansicht, dass bei den meisten Brainstorming-Methoden das Sprichwort „Zu viele Köche verderben den Brei“ nicht zutrifft. Eher erhöhen viele Teilnehmer die Wahrscheinlichkeit auf die zündende Idee zum Problem – nicht selten aus einem nur beiläufigen Kommentar eines Teammitglieds. 

Hände treffen sich in der Mitte, Teamwork und Entwickeln von Ideen mithilfe von Brainstorming-Methoden

Meine Lieblinge unter den Brainstorming-Methoden stelle ich dir im Folgenden vor. 

1. Brainstorming-Methode: Die Reizbildmethode

Diese Brainstorming-Methode ist sehr einfach umzusetzen. Sie fördert das kreative Denken sehr, egal ob alleine oder in der Gruppe. Sie eignet sich besonders gut, wenn noch kein konkretes Problem vorliegt. Für diese Brainstorming-Methode brauchst du eine große Anzahl diverser Bilder, Fotos oder Postkarten, Icons oder ähnliches mit verschiedensten Motiven. Sie können Emotionen, Menschen, Tiere, Dinge, Beziehungen, Farben, Architektur, Natur zeigen. Je bunter, desto besser. Durch teils ungewöhnliche Assoziationen werden so zahlreiche Ideen zusammengetragen.  Auf Pixabay oder Unsplash kannst du nach interessanten Reizbildern suchen.
 
Zu Beginn dieser Brainstorming-Methode wird eine Frage gestellt, wie z. B. „Wie machen wir den Imagefilm einzigartig?“. Anschließend wählt jeder Teilnehmer per Zufall eines der Reizbilder aus und bezieht alle Gedanken und Gefühle zu dem Bild auf die konkrete Fragestellung. Diese sehr freien Eindrücke werden bei dieser Brainstorming-Methode in ganzen Sätzen niedergeschrieben. Anschließend wird ein neues Bild ausgesucht mit demselben Prozedere. 
 
Alle Sätze werden gesammelt. Nun müssen alle aus den Eindrücken konkrete Ideen formen. Dafür führt anschließend ein Moderator durch das Gespräch. 

2. Brainstorming-Methode: Mind-Mapping

Der Klassiker unter den Brainstorming-Methoden ist eine super Merk- und Notiztechnik. Sie hilft bei der Ideenfindung und eignet sich mit den zu clusternden Bläschen auch hervorragend zum Strukturieren eines Themas. Dieses Tool kannst du sowohl als Einzelperson als auch in einer ganzen Gruppe nutzen. In einer Gruppe solltet ihr aus Platzgründen ein DIN-A1-Papier wählen.  
 
Wie diese Brainstorming-Methode funktioniert? Das Papier wird am besten im Querformat genutzt. In einem Kasten, einer Wolke oder in einer anderen gewünschten Form wird als erstes das Thema in der Mitte niedergeschrieben. Von diesem Zentrum ausgehend wachsen Äste, die die Hauptthemen unter dem Oberthema darstellen. Von diesen Ästen gehen weitere Zweige für die Unterthemen ab, die mit je einem Schlüsselwort beschriftet werden. Dies kann endlos so weiter gehen. 
 
Um die Übersichtlichkeit zu erhöhen, verwendest du am besten verschiedene Farben und Symbole wie etwa Smileys, Frage- und Ausrufezeichen und kleine Pfeile.  
 
Mindmapping ermöglicht dir als Brainstorming-Methode wunderbar den freien Gedankenfluss und hilft bei der Ideenfindung. Sie fördert das globale, vernetzte Denken und kennt, bis auf das dafür verwendete Papier, keine Grenzen.  
 
Wichtiger Tipp: Wünschenswerter Nebeneffekt ist, dass die bestehende Idee im Laufe der Brainstorming-Methode oft um Details und Ansichten erweitert wird. Diese immer gleich aufschreiben, damit nichts verloren geht! Am besten hört man erst auf, wenn Keinem mehr etwas einfällt. Im Idealfall das Blatt einen Tag liegen lassen und dann weiterarbeiten. Falls du lieber digital arbeiten möchtest, kannst du auch verschiedene Programme zum Mind-Mapping verwenden.

Filzstifte zum Mind-Mapping und Brainstorming fallen auf einen schwarzen Tisch

3. Brainstorming-Methode: Die Sechs-Hüte-Technik

Mit der folgenden Brainstorming-Methode kann jeder Ansatz einer Idee weiterentwickelt, strukturiert und bewertet werden. Sie eignet sich besonders zur Bearbeitung von komplexen Problemen aus unterschiedlichen Perspektiven, beispielsweise bei einem riesigen Kundenprojekt oder in vielschichtigen sozialen Situationen.  
 
Damit die Teilnehmer sich nicht in ihre Lieblingsmeinungen verbeißen, werden durch ein Zufallsprinzip wie etwa Würfeln sechs „Denkhüte“ verteilt. Das geht am Leichtesten in Form von Armbändern oder Tischkärtchen in unterschiedlichen Farben. Jede Farbe steht für eine Rolle, in der der jeweilige Teilnehmer denken und diskutieren soll. Bei dieser Brainstorming-Methode ist ganz wichtig, dass man sich genug Zeit nimmt, um sich auf die geforderten Eigenschaften einzustellen um im Gespräch „in der Farbe“ zu bleiben. Diese Rollen sind folgende: 

Grüner Hut:

Der grüne „Denkhut“ steht für die Lebendigkeit der kreativen Gedankensprünge. Er sorgt im Gespräch dafür, dass nach weiteren Alternativen gesucht wird und er hat ständig den Wunsch, die Sache noch einmal anders anzugehen.  

Weißer Hut:

Wer bei dieser Brainstorming-Methode in der Rolle des weißen „Denkhuts“ steckt, muss sich mit den Zahlen und Fakten im Gespräch befassen. Er steht für die neutrale, objektive Sicht und möchte gerne die W-Fragen effizient beantwortet sehen.

Blauer Hut:

Der blaue Hut steht für die kühle Distanz. Das bedeutet, sich mit der Kontrolle von Methoden und Verfahren zu befassen. Er legt die Themen fest, über die beim Brainstorming nachgedacht werden soll und er kann andere Hüte zur Mitarbeit aktivieren. Er führt das Gespräch so, dass es gut organisiert und produktiv ist und bittet um Schlussfolgerungen und Ergebnisse.

Gelber Hut:

Der Träger des gelben Huts stellt sonnigen Optimismus dar und sieht die Sache grundsätzlich positiv. Diese Grundeinstellung verbindet er mit einer logischen Sichtweise. Das heißt, er befasst sich bei dieser Brainstorming-Methode ausschließlich mit den Vorteilen einer Idee und macht Mut zur Umsetzung.

Roter Hut:

Der Teilnehmer, der den roten „Denkhut“ trägt, vertraut auf seine Gefühle. Er geht den Dingen intuitiv und unsachlich nach, ohne Rechtfertigungen liefern zu müssen.

Schwarzer Hut:

Der schwarze Hut steht für den kritischen Blick auf mögliche negative Konsequenzen. Er hindert die anderen Teilnehmer daran, schwere Fehler zu begehen und zeigt auf, warum sich ein Projekt auf diese Art und Weise nicht durchführen lässt.

Diese Brainstorming-Methode ist aufwendiger als eine Mindmap, aber sehr effektiv. Denn das Ergebnis ist eine breit aufgestellte Ideenlandschaft zum Projekt oder Thema, in der sehr viele Optionen durch die verschiedenen „Charaktere“ bereits ausführlich diskutiert und von allen Seiten beleuchtet worden sind.  

4. Brainstorming-Methode: Das klassische Brainstorming 

Am besten funktioniert Brainstorming mit einem Moderator und mit einer Gruppe von Personen, die gut miteinander kooperieren können. Am Anfang präsentiert der Moderator die Fragestellung und gibt möglichst viele Impulse, um „verrückte Ideen“ sprudeln lassen
 
Nach einer kurzen Einführung in das Thema wird spontan drauf los überlegt und die Ideenfindung beginnt. Alle Ideen zur Lösung des Problems werden gesammelt. Wichtig ist, dass in dieser Phase nichts bewertet wird. Sätze wie: „Geht nicht.“, „Würde der Kunde niemals wollen.“, oder ähnliche sind tabu. Damit die Ideen der Teilnehmer „frei Schnauze“ fließen können, ist es bei dieser Brainstorming-Methode angebracht, alles durch einen Teilnehmer protokollieren zu lassen.  
 
Bei dieser Brainstorming-Methode hat der Moderator verschiedene wichtige Aufgaben:  
Er hält den Ideenfluss am Laufen, verhindert das Abschweifen vom Thema und überwacht die Einhaltung des Zeitrahmens. In einer optimalen Gruppengröße von fünf bis sieben Teilnehmern liegt der geeignete Zeitrahmen bei ca. 30 bis 60 Minuten. 

5. Brainstorming-Methode: Die 6-3-5-Methode

Der Name dieser Brainstorming-Methode ist wahrscheinlich erstmal neu. Viele kennen die 6-3-5-Methode vermutlich unter Namen wie „Umklapp-Technik“. Sechs Teilnehmer entwickeln jeweils drei Lösungsvorschläge, welche dann von den jeweils fünf folgenden Teilnehmern kommentiert, erweitert, umgeformt oder verbessert werden. Diese Brainstorming-Methode eignet sich sowohl zur ersten Ideenfindung als auch zur gezielten Ideenanreicherung. Das Tolle daran ist, dass sehr schnell viele Ideen entwickelt werden, denn 6 Teilnehmer mal 3 Ideen mal 6 Reihen sind 108 Ideen. 


Diese Brainstorming-Methode noch einmal im Detail: 
Sechs „Kreativköpfe“ erhalten jeweils ein Blanko-Papier, auf das sie in Einzelarbeit drei verschiedene Lösungsvorschläge schreiben. Nach 5 bis 10 Minuten werden die Zettel an den Nachbarn weitergereicht. Dieser lässt sich von den drei Vorschlägen inspirieren und fügt drei weitere Ideen hinzu oder führt die Gedanken fort. Nach einem Durchlauf bekommt jeder sein eigenes Blatt zurück und kann sehen, was aus den drei ursprünglichen Vorschlägen wurde. Anschließend werden alle Lösungsvorschläge der ganzen Gruppe vorgestellt. Anhand einer Abstimmung oder mit einem Realisierungsplan werden die nächsten konkreten Schritte festgelegt.  
 
Das Schöne an dieser Brainstorming-Methode ist, dass kein Teilnehmer unter Druck steht, eine perfekt ausgereifte Idee abliefern zu müssen. Die Vorschläge werden im Prozess der Brainstorming-Methode weiter perfektioniert. Außerdem können sich auch ungeübte Teilnehmer im Rahmen der 6-3-5-Methode von den Ideen der anderen inspirieren lassen und erfahren, dass sie kreative Ideen generieren, weiterentwickeln und ergänzen können.  

Lichter hängen von der Decke wie Ideen aufgrund von Brainstorming-Methoden

Brainstorming-Methoden – Der Motor des kreativen Denkens

Die kreative Idee ist die Achse, um die sich in Agenturen alles dreht. Kreativ ist, wer Neues erfindet oder bereits Vorhandenes auf neue Art und Weise zusammenfügt. Auch unsere Experten, zum Beispiel aus den Bereichen Webdesign & Web DevelopmentDesign & Print oder Videoproduktion, greifen gerne auf die oben genannten Brainstorming-Methoden zurück, um visuelle Botschaften immer wieder kreativ zu gestalten. Die Brainstorming-Methoden stellen für viele von uns nicht nur eine nette Abwechslung im Agenturalltag dar, sondern sind oft das Rettungsseil aus verkanteten Gedankengebäuden

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