Die 5 besten Brainstorming-Methoden

Die 5 besten Brainstorming-Methoden

Brainstorming ist der ständige Begleiter für schnelle gute Ideen im Agenturalltag, etwa:
– der Designvorschlag für eine Website oder Broschüre
– die zündende Idee, wie man die richtige Zielgruppe für einen neuen Kunden erreicht
– ein geeigneter Name für eine mitreißende Veranstaltung
– der gewünschte Geistesblitz für ein neues Blogthema.

Als ausgebildete Eventmanagerin mit nun etwa vier Jahren Berufserfahrung in Kreativagenturen habe ich persönlich immer gerne auf verschiedene Methoden zurückgegriffen. Es kommt natürlich immer darauf an, welchen Zweck das Brainstorming erfüllen soll. Und auch darauf, ob man das Problem lieber erstmal alleine angehen möchte oder ob der Einfallsreichtum des gesamten Teams benötigt wird. 

Ich persönlich liebe Teamwork und vertrete deshalb die Ansicht, dass beim Brainstorming das Sprichwort „Zu viele Köche verderben den Brei“ nicht zutrifft. Eher erhöhen viele Teilnehmer die Wahrscheinlichkeit auf die zündende Idee zum Problem – nicht selten aus einem nur beiläufigen Kommentar eines Teammitglieds.  

Meine Lieblinge stelle ich dir hier im Folgenden vor:  

1. Mind-Mapping

Der Klassiker unter den Kreativitätstechniken ist eine super Merk- und Notiztechnik, hilft bei der Ideenfindung und eignet sich mit den zu clusternden Bläschen auch hervorragend zum Strukturieren eines Themas. Dieses Tool kann wunderbar von Einzelpersonen oder in einer ganzen Gruppe genutzt werden. In einer Gruppe sollte man aus Platzgründen ein DIN-A1-Papier wählen.  

Wie es funktioniert? Das Papier wird am besten im Querformat genutzt. In einem Kasten, einer Wolke oder in einer anderen gewünschten Form wird als erstes das Thema niedergeschrieben. Von diesem Zentrum ausgehend wachsen Äste, die die Hauptthemen unter dem Oberthema darstellen. Von diesen Ästen gehen weitere Zweige für die Unterthemen ab, die mit je einem Schlüsselwort beschriftet werden. Dies kann endlos so weiter gehen. 

Um die Übersichtlichkeit weiter zu erhöhen, bevorzuge ich auch die Verwendung von verschiedenen Farben und Symbolen wie etwa Smileys, Frage- und Ausrufezeichen und kleine Pfeile.  

Diese Kreativitätstechnik ermöglicht wunderbar den freien Gedankenfluss. Sie fördert das globale, vernetzte Denken und kennt, bis auf das dafür verwendete Papier, keine Grenzen.  

Wichtiger Tipp: Wünschenswerter Nebeneffekt ist, dass die bestehende Idee vom Thema im Laufe des Brainstormings oft um Details und Ansichten erweitert wird. Diese immer gleich aufschreiben, damit nichts verloren geht! Am besten hört man erst auf, wenn keinem mehr etwas einfällt. Im Idealfall das Blatt einen Tag liegen lassen und dann weiterarbeiten.  

2. Die Reizbildmethode

Diese Methode ist eine sehr einfache Methode, welche das kreative Denken sehr fördert, alleine oder in der Gruppe. Sie eignet sich besonders gut, wenn noch kein konkretes Problem vorliegt. Basis ist eine große Anzahl diverser Bilder, Fotos oder Postkarten, Icons oder ähnliches mit verschiedensten Motiven. Sie können Emotionen, Menschen, Tiere, Dinge, Beziehungen, Farben, Architektur, Natur zeigen. Desto bunter, desto besser. Durch teils ungewöhnliche Assoziationen werden so zahlreiche Ideen zusammengetragen.  
 
Zu Beginn wird eine Frage gestellt, wie z.B. „Wie machen wir den Imagefilm einzigartig?“. Anschließend wählt jeder Teilnehmer per Zufall eines der Reizbilder aus und bezieht alle Gedanken und Gefühle zu dem Bild auf die konkrete Fragestellung. Diese sehr freien Eindrücke werden in ganzen Sätzen niedergeschrieben. Anschließend wird ein neues Bild ausgesucht mit demselben Prozedere.  
 
Alle Sätze werden gesammelt. Um aus den Eindrücken konkrete Ideen zu formen, führt anschließend ein Moderator durch das Gespräch.

Die Sechs-Hüte-Technik 

Mit der folgenden Methode kann jeder Ansatz einer Idee weiterentwickelt, strukturiert und bewertet werden. Sie eignet sich besonders zur Bearbeitung von komplexeren Problemen aus unterschiedlichen Perspektiven, beispielsweise bei einem riesigen Kundenprojekt oder in vielschichtigen sozialen Situationen.  
 
Damit die Teilnehmer sich nicht in ihre jeweiligen Lieblingsmeinungen verbeißen, werden durch ein Zufallsprinzip wie etwa Würfeln sechs „Denkhüte“ verteilt. Das geht am leichtesten in Form von Armbändern oder Tischkärtchen in unterschiedlichen Farben. Jede Farbe steht für eine Rolle, in der der jeweilige Teilnehmer denken und diskutieren soll. Hierbei ist ganz wichtig, dass man sich genug Zeit nimmt, um sich auf die geforderten Eigenschaften einzustellen um im Gespräch „in der Farbe“ zu bleiben. Diese Rollen sind folgende: 
 

  • Grüner Hut: Der grüne „Denkhut“ steht für die Lebendigkeit der kreativen Gedankensprünge. Er sorgt im Gespräch dafür, dass nach weiteren Alternativen gesucht wird und er hat ständig den Wunsch, die Sache noch einmal anders anzugehen.  
  • Weißer Hut: Wer in der Rolle des weißen „Denkhuts“ steckt, muss sich mit den Zahlen und Fakten im Gespräch befassen. Er steht für die neutrale, objektive Sicht und möchte gerne die W-Fragen effizient beantwortet sehen.  
  • Blauer Hut: Der blaue Hut steht für die kühle Distanz. Das bedeutet für den Träger, sich mit der Kontrolle von Methoden und Verfahren zu befassen. Er legt die Themen fest, über die nachgedacht werden soll und er kann andere Hüte zur Mitarbeit aktivieren. Er führt das Gespräch so, dass es gut organisiert und produktiv ist und bittet um Schlussfolgerungen und Ergebnisse.  
  • Gelber Hut: Der Träger des gelben Huts stellt sonnigen Optimismus dar und sieht die Sache grundsätzlich positiv. Diese Grundeinstellung verbindet er mit einer logischen Sichtweise. Das heißt, er befasst sich ausschließlich mit den Vorteilen einer Idee und macht Mut zur Umsetzung.  
  • Roter Hut: Der Teilnehmer, der den roten „Denkhut“ trägt, vertraut auf seine Gefühle. Er geht den Dingen intuitiv und unsachlich nach, ohne Rechtfertigungen liefern zu müssen.   
  • Schwarzer Hut: Der schwarze Hut steht für den kritischen Blick auf mögliche negative Konsequenzen. Er hindert die anderen Teilnehmer daran, schwere Fehler zu begehen und zeigt auf, warum sich ein Projekt auf diese Art und Weise nicht durchführen lässt.  

Diese Technik ist aufwendiger als eine Mindmap, aber sehr effektiv. Denn das Ergebnis ist eine breit aufgestellte Ideenlandschaft zum Projekt oder Thema, in der sehr viele Optionen durch die verschiedenen „Charaktere“ bereits ausführlich diskutiert und von allen Seiten beleuchtet worden sind. 

Das klassische Brainstorming 

Am besten funktioniert Brainstorming mit einem Moderator und mit einer Gruppe von Personen, die gut miteinander kooperieren können. Am Anfang präsentiert der Moderator die Fragestellung und gibt möglichst viele Impulse, um „verrückte Ideen“ sprudeln lassen.  
 
Nach einer kurzen Einführung in das Thema wird spontan drauf los überlegt. Alle Ideen zur Lösung des Problems werden gesammelt. Wichtig ist, dass in dieser Phase nichts bewertet wird. Sätze wie: „Geht nicht.“, „Würde der Kunde niemals wollen.“, oder ähnliche sind tabu. Damit die Ideen der Teilnehmer „frei Schnauze“ fließen können, ist es hier angebracht, alles durch einen Teilnehmer protokollieren zu lassen.  
 
Der Moderator hat hier verschiedene wichtige Aufgaben:  
Er hält den Ideenfluss am Laufen, verhindert das Abschweifen vom Thema und überwacht die Einhaltung des Zeitrahmens. In einer optimalen Gruppengröße von fünf bis sieben Teilnehmern liegt der geeignete Zeitrahmen bei ca. 30 bis 60 Minuten.

Die 6-3-5-Methode

Der Name dieser Kreativitätstechnik ist wahrscheinlich erstmal neu. Viele kennen sie vermutlich unter Namen wie „Umklapp-Technik“. Diese Methode eignet sich sowohl zum Generieren von ersten Ideen als auch zur gezielten Ideenanreicherung. Das Tolle daran ist die Schnelligkeit, mit der die Ideen entwickelt werden.  

Folgendermaßen funktioniert es: Sechs Teilnehmer entwickeln jeweils drei Lösungsvorschläge, welche dann von den jeweils fünf folgenden Teilnehmern kommentiert, erweitert, umgeformt oder verbessert werden.  

Jeder der sechs „Kreativköpfe“ erhält ein Blanko-Papier, auf das er in Einzelarbeit drei verschiedene Lösungsvorschläge schreibt. Nach 5 bis 10 Minuten werden die Zettel an den Nachbarn weitergereicht. Die nächste Person lässt sich von den drei Vorschlägen inspirieren und fügt drei weitere Ideen hinzu oder führt die Gedanken fort. Nach einem Durchlauf bekommt jeder sein eigenes Blatt zurück und kann sehen, was die anderen mit den drei ursprünglichen Vorschlägen gemacht hat. Anschließend werden alle Lösungsvorschläge der ganzen Gruppe vorgestellt. Anhand einer Abstimmung oder mit einem Realisierungsplan werden die nächsten konkreten Schritte festgelegt.  

Das Schöne an dieser Kreativitätstechnik ist, dass kein Teilnehmer unter Druck steht, eine perfekt ausgereifte Idee abliefern zu müssen. Die Vorschläge werden im Prozess dieser Kreativitätstechnik weiter perfektioniert. Außerdem können sich auch ungeübte Teilnehmer von den Ideen der anderen inspirieren lassen und erfahren, dass sie kreative Ideen generieren, weiterentwickeln und ergänzen können.  

Mit der 6-3-5-Methode können in kürzester Zeit bis zu 108 Ideen gefunden werden, denn 6 Teilnehmer mal 3 Ideen mal 6 Reihen sind 108 Ideen.

Brainstorming – die kreative Idee ist die Achse, um die sich in Agenturen alles dreht. Kreativ ist, wer Neues erfindet oder bereits Vorhandenes auf neue Art und Weise zusammenfügt. Ein intensives Brainstorming stellt für viele von uns nicht nur eine nette Abwechslung im Agenturalltag dar, sondern ist oft das Rettungsseil aus verkanteten Gedankengebäuden.